#SAFErGrid
Spende die Stromdaten deines Smart Homes der Forschung
Dein Zuhause weiß oft längst, wann die Wärmepumpe anspringt, wann das E-Auto lädt und was das Solardach produziert. Genau dieses Wissen hilft Forschenden, wenn sie das Stromnetz von morgen entwerfen. Mit ein paar Klicks in Home Assistant kannst du deine Daten sicher beitragen.

Ein Stromnetz, angelehnt an das Internet
Das Stromnetz steht vor seinem größten Umbau seit hundert Jahren. Bisher hielten wenige Großkraftwerke das Netz im Gleichtakt: Ihre Turbinen wirken wie ein Schwungrad, das Schwankungen abfedert. Mit Sonne, Wind und Batterien schwindet dieser Mechanismus zunehmend, und der Strom fließt zugleich unregelmäßiger und dezentraler.
Das Forschungsprojekt SAFEr Grid verfolgt deshalb eine Idee, die sich beim Internet bewährt hat: Statt eines starren Ganzen unterscheiden wir viele Netzabschnitte, die sich selbst ausbalancieren und Energie untereinander austauschen, so wie Router Datenpakete im Internet weiterleiten. Vier Forschungsgruppen der RWTH Aachen und der Universität Aalborg arbeiten daran, gefördert durch einen Synergy Grant des Europäischen Forschungsrats.

Warum wir echte Haushaltsdaten brauchen
Ob ein solches Netz stabil bleibt, entscheidet sich auch in den Haushalten: wenn abends tausende Wallboxen gleichzeitig laden, mittags die Solardächer einspeisen, aber niemand zu Hause ist, oder Nutzende ihre Verbrauchsgewohnheiten an dynamische Strompreise anpassen. Bevor man ein radikal neues Netz baut, helfen Simulationen. Solche Simulationen sind aber nur so gut wie die Daten, mit denen sie gefüttert werden.
Künstlich erzeugte Lastprofile bilden den Alltag einzelner Haushalte nur grob ab und stammen wesentlich aus dem Zeitalter großer Turbinenkraftwerke. Die Spülmaschine nach der Gartenparty, der solarbetriebene Heizstab, oder die Woche Urlaub im September: All das steckt oft bereits in den Aufzeichnungen deines Smart Homes. Als Datenspende macht es die Simulationen realistisch, an denen wir das künftige Netz jenseits der Standardlastprofile erproben.
Ein Tag Strom in Geräte zerlegt
So sehen die Daten aus, um die es geht: der Netzanschlusspunkt eines Haushalts und zwei einzelne Geräte. In der Summenkurve steckt der regelmäßige Takt des Kühlschranks genauso wie das Waschprogramm am Abend. Einzelne Geräte in der Summe zu erkennen und nachzubilden ist eine der Forschungsfragen hinter der Datenspende.
Mausrad zum Zoomen, Ziehen zum Verschieben, Doppelklick für den ganzen Tag. Beispieldaten zur Illustration.
Was du spendest
Wenn du Home Assistant nutzt, protokolliert es bereits, wie viel Strom deine Geräte verbrauchen und erzeugen. Du teilst also nur, was ohnehin existiert, und wählst dabei selbst aus, welche Geräte mitmachen.
Das fließt ein
- Zeitreihen zu Leistung und Energie (bei manchen Geräten auch Spannung und Stromstärke) deiner freigegebenen Geräte und deines Haushalts, etwa der Tagesverlauf der Wärmepumpe oder die Einspeisung der Solaranlage.
- Der Gerätetyp und die Geräteangaben aus deinem Smart Home (Bezeichnung, Hersteller, Modell), damit die Forschung weiß, wofür eine Zeitreihe steht: z.B. Waschmaschine, Wallbox oder Kühlschrank.
- Optional, wenn du sie angeben magst: Postleitzahl, Land, Anzahl der Personen im Haushalt und Baujahr des Gebäudes (sofern bekannt). Das hilft uns, die Daten einzuordnen.
Das bleibt draußen
- Name, Adresse, genauer Standort und alles, was dich direkt identifizieren würde.
- Kameras, Mikrofone, Anwesenheits- und Bewegungssensoren. Sie werden gar nicht erst ausgelesen.
- Neue Hardware brauchst du auch nicht.
So machst du mit
Integration installieren
Füge die Datenspende-Integration mit wenigen Klicks zu deinem Home Assistant hinzu.
Prüfen und zustimmen
Sieh genau, welche Geräte und Messwerte geteilt würden, und bestätige, dass du einverstanden bist.
Laufen lassen
Ab jetzt fließen die Daten automatisch im Hintergrund. Du musst nichts weiter tun.
Beitrag verfolgen
Im Datenportal siehst du deine gespendeten Daten und kannst deine Geräte beschriften, was der Forschung zusätzlich hilft.
Du nutzt openHAB, OpenEMS, evcc, openWB oder Shelly? Diese Plattformen stehen auf unserer Roadmap.
Zur AnleitungDie Datenspende in Zahlen
So viel hat die Community bisher beigetragen.
Gespendete Datenpunkte im Zeitverlauf
Stand: …
Was aus deinen Daten wird
Ein offener Datensatz
Deine Spende wird Teil eines anonymisierten Datensatzes, den wir offen veröffentlichen werden und dann laufend aktualisieren, damit Energieforschung weltweit damit arbeiten kann.
Realistische Netzsimulationen
Mit echten Haushaltsdaten lassen sich künftige Stromnetze so durchrechnen, wie sie tatsächlich genutzt würden. Daran bemisst sich, ob die SAFEr-Grid-Konzepte tragen.
Dein Verbrauch im Blick
Im Datenportal kannst du deinen eigenen Verbrauch und deine Erzeugung im Zeitverlauf erkunden.
Offene Forschung
Methoden, Ergebnisse und der Datensatz selbst werden mit der Forschungsgemeinschaft geteilt. Öffentlich gefördert heißt für uns: öffentlich nutzbar.
Häufige Fragen
Sind meine Daten anonym? Wie steht es um den Datenschutz?
Kann ich die Teilnahme beenden?
Kann jemand über die Datenspende auf mein Smart Home zugreifen?
Wozu kann ich eine E-Mail-Adresse angeben?
Was kostet das, und was brauche ich?
Welche Plattformen werden unterstützt?
Wer bekommt Zugriff auf die Daten?
Wofür werden die Daten genutzt?
Muss ich Kunde eines bestimmten Energieversorgers sein?
Wie viel Bandbreite und Speicher braucht das?
Wer steckt dahinter?
Wie wird das finanziert?
Aus unserer Forschung
Eine Auswahl von Arbeiten aus dem Umfeld der Datenspende und von SAFEr Grid.
Semi-Intrusive Load Monitoring via Smart Plug Data Fusion for Robust NILM
J. Breyer, L. Pompe, K. Gützlaff, N. Bollwerk, M. H. Alizai, K. Wehrle
SIAM International Conference on Data Mining (SDM), 2026
Resilient low-inertia power systems through asynchronous energy balancing
S. Schwarz, S. Sahoo, M. Stoffers, P. Pollok, L. Pompe, A. M. Fibich, A. Kaharević, K. Wehrle, A. Monti, F. Piller, F. Blaabjerg
Nature Reviews Electrical Engineering, 2026 , doi:10.1038/s44287-025-00256-5
Easing the Conscience with OPC UA: An Internet-Wide Study on Insecure Deployments
M. Dahlmanns, J. Lohmöller, I. B. Fink, J. Pennekamp, K. Wehrle, M. Henze
ACM Internet Measurement Conference (IMC), 2020 , doi:10.1145/3419394.3423666